REVIEWS
BOMBEE+10/2007


Melodie&Rythmus Ausgabe 01.2008

Manchmal, oder fast immer, ist weniger mehr. So haftet Bombee+, die in der Besetzung Gesang, Akustikgitarre und Cajon zusammen musizieren, ein wenig der Geist eines Kammermusikkollektivs an. Und dieses veröffentlicht nun, nach einer EP mit dem liebreizenden Namen „Beach Boys Back From Anchorage“, ihr erstes Fulltime-Album, was gerade wegen seiner offensichtlichen Einfachheit eben nicht nur gut dafür wäre, in diversen Kammern abzuhängen, sondern kleineren Clubs und noch kleineren Straßencafés ein recht agiles Leben einzuflößen. Songs, deren Titel mit „One Love“, „Flowers“, „Autumn“ oder „Guts Hill“ ebenso einfach gehalten sind wie diese selbst, sind trotzdem großformatiger Folk’n Blues in kleinem Stil, der dann doch mehr Western ist, als er zugeben möchte. So atmen „Mystic Plus“ oder „Mahatma King“ den Geist eines Chris Whitley, während „Powerful Bouncing“ ganz offen mit dem Americana kokettiert. Und letztendlich bleibt wieder einmal unüberschaubare Leere.


www.kiel4kiel.de 01/2008

Bombee + ist ein Trio, das sich aus restlichen Teilchen von Bands wie Funky Chicken Mann, Volt, Shit & Shine und Fluid zusammengesetzt hat. Auf der Labelseite steht, dass die drei Herren auf der Suche nach dem perfekten Popsong sind. Dieser Gedanke lässt sich sicherlich damit erklären, dass ihr Albumdebut den Namen „Beach Boys Back From Anchorage“ trägt. Hört man sich nun das neuste Werk an, welches schlicht „Bombee +“ betitelt wurde, hat das nicht wirklich viel von dem, was man allgemein als Popmusik bezeichnet. Wenn man ehrlich ist, sind sie meilenweit entfernt und landen eher in den staubigen Steppen des Americana.
Man könnte schnell Vergleiche mit Iron & Wine ziehen, doch in dieser Liga spielen die Chemnitzer nicht, denn ihren Songs fehlen in einigen Momenten die Spannung und auch noch eine ordentliche Schippe Dramaturgie. Zu häufig reduzieren sie ihren Sound auf ihr Gitarrenspiel, was leider meist sehr eintönig ist. Der Gesang hingegen ist schon ausgereifter, denn der kann sich zärtlich zurückhalten und dennoch kräftig die Führung übernehmen. Tja, und hätten sie mehr solcher kleinen wüstenerhitzenden psychedelischen Momente wie „Piets House II“, dann wäre die zweite Platte beeindruckend, so ist sie leider nur durchschnittlich.


www.Flight13.de// 03/2008

Der Zweitling der ostdeutschen Buben die akustische Popsongs schreiben wollen und können. Sie folgen damit konsequent der Richtung des einfachen Liedes, die sie mit ihrem Debüt „Beach Boys Back From Anchorage“ im letzten Jahr eingeschlagen haben. De Flandré, Roeder und Kaiser tun alles, um das neue Material so einfach aber auch so überraschend wie möglich zu spielen. Akustik Gitarre, deznte Rhythmusgruppe und dunler emotionaler Gesang. Zwischen Calexico und Chip Hanna (ohne Punk), oder fröhlichere Bonnie Prince Billy. *


www.mymercury.de / www.satt.orgChristina Mohr – CD des Monats // 01/2008

Das Trio Bombee + aus Chemnitz hat sich mit Leib und Seele Americana-beeinflusstem Lo-Fi-Folkpop verschrieben. DeFlandre, Roeder und Der Kaiser entwickeln live und auf Platte eine fast kammermusikalisch anmutende Atmosphäre, die durch die aufs Wesentliche reduzierte Instrumentierung entsteht: Bombee + arbeiten nur mit Stimme, Gitarre und Cajon, einem Mini-Schlagzeug, das im Grunde nichts weiter als eine rechteckige Holzkiste ist, die zwischen die Knie geklemmt wird. Die elf Songs ihres zweiten, selbstbetitelten Albums, das wie ihr Debüt „Beach Boys Back From Anchorage“ auf dem sächsischen Label Sweet Home Records erschienen ist, besitzen eine tiefgründige Schönheit, die aus der Stille wächst. Bombee + klingen niemals aufdringlich, aber immer intensiv. DeFlandres heisere Stimme kommt den Hörern ganz nah und sorgt für eindrucksvolle Momente. Der selbstgewählte Minimalismus der Band bietet viel Raum für liebevolle Details und Spielereien: „Mystic Plus“ beispielsweise beginnt mit einem Slide-Guitar-Intro, das für dezentes Country-Feeling sorgt, „Barracks“ basiert auf einem fröhlichen Walzer, zu dem es sich formidabel schwofen lässt. Bombee + ist ein Album gelungen, das mit jedem Hördurchlauf wächst und ganz sicher zu einem treuen Begleiter während der kommenden kalten Wintertage wird.


www.kasino-royal.deMarkus Söllner // 11/2007

Beschwerliche Herbsttage voll düsterer Tristesse scheinen wie geschaffen für heimelige Abende vor dem CD-Player. Ob man mit Carla Bruni kuschelt oder mit Nick Cave weint, ein wenig Melancholie ist doch immer im Spiel, wenn draussen die Regentropfen ans Fenster plätschern. Das auch Bombee+ für diese Jahreszeit passendes beizutragen haben, beweisen Sie mit Ihrem zweiten selbstbetitelten Longplayer. Wie vom Herbstwind getragenes Laub wirkt die Musik des Trios gereift und doch unheimlich bunt schillernd. Unter der akustischen Silhouette finden sich elf sentimentale Songs, brillierend wie Tautropfen in der Morgensonne und doch getragen vom frühen Konzert des Vogelsangs. Bei Bombee+ hat diesen Part deFlandre inne – und ohne hier den beiden Instrumentalisten zu Nahe treten zu wollen, der Mann am Mikrofon ist der magnetische Anziehungspunkt des Albums. Sein sanftes, aber dennoch facettenreiches Organ kann lieblich schlängelnd verbotene Äpfel darbieten, besoffen von Melancholie mäandern oder selbst in Monotonie gepackt Emotionen darbieten. Wohl auch Inspirationsquelle für das Bandlogo und Artwork des Covers, mit seinen verzweigten Ästen, den feinen Zweigen und der austreibenden Blumigkeit wird DeFlandres Gesang gewesen sein. In all der Herrlichkeit geborgen finden sich die Akustikgitarre und Cajon wieder. Selbst das leise Knistern beim Zigaretteninhalieren wird man, neben vereinzeltem Husten in der ersten Reihe, beim Auftreten der Band vernehmen können. Ihre Musik fordert Konzentration und Ruhe, dann erkennt man auch die Feinheiten Ihrer Melodien – das lebendige Zusammenspiel zwischen Instrumenten, Gesang und Textwerk. Es mag einem ein Gefühl der Freiheit und Ausgeglichenheit beschleichen, wenn man sich diesem akustischen Pop hingibt. Der so einfach gestrickt doch soviel Aufmerksamkeit erlangt. Doch ist es gerade das folkige „Mystic Plus“ welches mit schnarrender Gitarre und träger Coolness polarisiert. Aus der beinah erlangten Lethargie heraus wirkt das Album plötzlich belebt und fast schon unruhig. Das etwas sämige „Powerfull Bouncing“ mit seinem bräsigen Refrain zaudert sich fahrig ins Ohr, bevor der „Mahatma King“ indische Exotik mit Countryeskem Flair und kehligem Gesang verbindet.Dank dieser Werke verbleibt Bombee+ im Ohr, auch dann noch wenn das Herbstlaub schon längst vom Schnee bedeckt ist. 3/5


Reh-Zensionen – Text-, Bild- und Tonträger in der KritikN°60

Kleinode der alternativen Musik, was sehr amerikanisch-arizonesk klingt, aber aus Deutschland kommt. Giant Sand und Neil Young sind nur zwei der sich aufdrängenden Assoziationen. Die haben den Blues, die haben den Psycho-Folk, die haben den Country. Drauf. Abgehangen. Musik, zu hören auf Verandas bei Sonnenaufgang, Sonnenschein und Sonnenuntergang und auch in warmen Mondnächten; Musik, zu der mexikanisches Bier und Tequila schmeckt.
Werbeslogan: „Die würdigen Erben der Denver Mexicans!“



Persona Non Grata (PNG) Mag12/2007 // Sven ...

Drei Typen, die zu einen unter den Namen De Flandre und rOeder auch solo unterwegs sind und zum anderen am Drumkit der Chemnitzer Band Volt sitzen, machen hier zum Zwecke des Ausgleichs unter dem Namen Bombee+ folkige Entspannungsübungen. Ähnlich dem Ensemble Nocturne um Sylvian Chauveau, das vor geraumer Zeit auf Down To The Bone die Hits der Depeche Mode entbeinte und die übrig gebliebenen Knochen getreu dem Motto „Reduced To The Max“ mit so wenig Fleisch wie möglich zurückließ, sind die Songs von Bombee+ nur spärlich instrumentiert. Akustikgitarre und Cajon als Perkussion müssen ausreichen. Mit diesen spärlichen Mitteln schaffen es die drei Musiker tatsächlich, das Maximum an Stimmung zu erzeugen. Der Gesang, welcher stellenweise an David Sylvian erinnert, und damit die verbundenen Stories rücken somit mehr in den Vordergrund. Die Songs sind folk- einige auch bluesinfiziert und nicht nur deshalb extrem entspannt. Jeder Songfetzen auf dem selbstbetitelten Debüt zeichnet das Bild einer Band, die das alles mit Bedacht und ziemlich relaxt fabriziert. Eine Tatsache, die man in hyperaktiven Zeiten wie den unseren nicht hoch genug bewerten kann. Diese verrückte Welt braucht mehr Platten wie diese! (Sweet Home Records/ Poor Dog)


371Chemnitzer Stadtmagazin // Alexander Loerinzcy

Noch 60 Minuten und 43 Sekunden bis zum Ausbruch, lesen Boris, Alex und ich an einer Anzeigentafel, als wir unser städtisches Kulturhaus „DasTietz" betreten. Im zweiten Stockwerk nehmen wir im gemütlichen Café platz. An den Säulen des Gebäudes erstrecken sich mit roten Lettern scheinbar unsinnige Wortkombinationen, die ab und zu ins Kyrillische abgleiten. Sofort wird intelligent gewitzelt „ Russischer Herbst" - eine Weltmacht im Wandel. Der Kaffee kommt. Espresso mit Wodka. Auf dem Tisch liegen Flyer, die das Cover des aktuellen Albums zeigen. Weißer Hintergrund mit kahlen Bäumen, an denen vereinzelt grüne Blätter herbstliches darstellen. Das dritte Bandmitglied Phillip fehlt. Er schlafe noch, antwortet mir Boris auf die Frage, wo er stecke. Phillip sei nachts sehr aktiv, vor allen Dingen musikalisch. Er ist seit der Gründung des Projekts 2006 der Mann hinter der Gitarre und, so bekunden alle anwesenden der Band, kreativer Motor. Seine Wach -und Ruhezeiten scheinen sich allerdings, kreativ bedingt, um mehrere geographische Längengrade verschoben zu haben. Noch 42 Minuten und 20 Sekunden bis zum Ausbruch des Modellvulkans im Heimatkundemuseum. Genau eine Albumlänge also noch. Komischerweise merkt man der zweiten Platte nicht an, dass sie fast eine dreiviertel Stunde spielt. Das mag daran liegen, dass die musikalische Zeit in drei verschiedene Zonen eingeteilt ist. Zu Anfang wird der Hörer mit Zucker überstreut. Das Gitarrenpicking rieselt leise und vermischt sich mit süßer, fast troubadourartiger, Lyrik. Sofort fällt die gute Produktion auf, die die Musik, trotz der spärlichen Instrumentierung, warm und rund klingen lässt. Ab Titel Sechs wird zum Süßstoff Southern Comfort hinzugefügt und das Bottle Neck ausgepackt. - Berauschtes Südstaatenflair stellt sich ein - die Stimme von Alex raut sich an Powerful Bouncing auf. Das Wortfeld der Texte dreht sich hin zur Morbidität. Und dann kommt der Superburner Mahatma King. Der lässt diese ganze Mischung zu einem Supreme Candy werden, dass Boris mit seinem Cajon die ganze Zeit mundpassend geschlagen hat. Es ist wirklich verwunderlich, wie viel verschiedene Timbre mit einem bespannten Holzwürfel erzeugt werden können. "Das angenehme an Bombee ist, dass ich manchmal nicht nachdenken brauche, sondern einfach in der Mugge sein kann.", sagt Boris. Im Gegensatz zu Volt, wo er vertrakte Rhythmen am Drum spielt, sich hier hin und wieder entspannen kann. Am Tisch wird sein Satz, unter Lachen, mit Handbewegungen einer zum Mund geführten Flasche kommentiert. Es grummelt durch die Hallen des Konsumhauses für Kultur. Unser Modellvulkan ergießt sich jetzt wahrscheinlich in unglaublicher Weise über Städte und Dörfer oder gar urzeitliche Landschaften. Bombee haben viel zu tun und drängen zum Aufbruch. Im gläsernen Fahrstuhl, hinunter zu den Füßen der vor etlichen Zeiten von Lava verschütteten Bäumen wird von der kommenden Tour gesprochen. Die letzten Auftritte führen sie von der Schweiz und Österreich zurück nach Sachsen, wo sie im Chemnitzer Delicate am 06.10. ihre Record Release geben werden. Mit dem einst hölzernen Versteinerten Wald im Rücken verlassen wir das „DasTietz" und gehen hinaus in die herbstlich kalte und selbsternannte Stadt der Moderne.


Zeitung Lüdenscheid 10/2007

"Wir leben nicht von, sondern für die Musik"

"Bombee" spielt am Sonntag auf der Stock-Bühne. 01.10.2007 • "Ja, die Wegbeschreibung hierhin ist super, wir haben den Weg direkt gefunden", scherzte Boris, als Pinnwand den Cajon-Spieler der Band "Bombee" zum Thema Lüdenscheid befragte. Die drei Jungs von "Bombee" waren einfach zum Liebhaben und, nicht zu vergessen, alles andere als Backstage-Hocker. Während der Pause am Sonntag im Stock gab es leckere Pizza und Bier beim Pläuschchen mit neuen Bekanntschaften. Und: Zugegeben, lernt man die Band "Bombee" kennen und weiß noch nichts von der Musik, würde vermutlich niemand im voraus glauben, dass ihr Auftritt für eine Gefühls-Welle im Raum sorgt. "Wir leben nicht von der Musik. Sondern wir leben für die Musik", sagte Boris dazu passend. Beim Auftritt verkörperte dies Sänger De Flandre am meisten. Er schloss die Augen und es schien, als würde er jedes Wort, das er sang, gerade durchleben. Die Zuhörer wurden ruhig. Gespräche wurden unterbrochen. Die Blicke schienen wie an die drei Jungs gefesselt. Unglaublich. Felix und Jan waren am Sonntag auch mit in der gemütlichen Runde. Eigentlich wollten die beiden Spiele-Freunde nur das geliehene Schachbrett zurückbringen, doch dann nahmen sie kurz entschlossen Platz und ließen den Abend - bestens, wie sie fanden - ausklingen. "Wir sind sonntags öfters hier. Aber es ist mal etwas Anderes. Die Songs sind echt klasse. Halt eine schöne Sonntagabend-Stock-Musik." Dass die Musik ankam, zeigte auch der Wunsch einiger Besucher, eine "Bombee"-CD zu ergattern.


Blitz11/2007 // Jan Soldat

„Jeder macht das, was er am besten kann. Wir versuchen aus maximaler Einfachheit Schönheit zu schaffen." Wobei sich die von Bombee erstrebenswerte Einfachheit keinesfalls in ihrer musikalischen Technik niederschlägt, sondern in der Instrumentierung. Eine Stimme am Mikrofon, zwei Hände am Cajon und zwei an der Gitarre. De Flandre, R0eder und Kaiser sind nach zwei Jahren gemeinsamen Musizierens mehr Band als zuvor, so „richtig mit ‚Rumtouren, CD´s herausbringen und allem was dazu gehört." Wer die drei kennt, weiß, dass Späße auf eigene Kosten bei ihnen keine Seltenheit darstellen. Ganz im Gegenteil dazu präsentieren sich auf ihrem zweiten Album „Bombee+" elf sehr ruhige, gefühlvoll melancholische Songs. Das war nicht immer so. „In früheren Bands ging es einzig und allein um Kraft, Hass und so krass wie möglich zu sein. Aber Bombee ist was komplett anderes. Es geht darum schöne Musik zu machen, um Harmonie." so Gitarrist R0eder. In ihrer Musik lassen sie verschiedenste Richtungen miteinander verschmelzen, Pop, Blues, Country und exotisch anmutende „Swing Terracotta Styles". Und das rein akustisch. „Wir könnten auch als Straßenmusiker auftreten, was wir auch wirklich machen, meistens donnerstags." Wenn man Sänger Alex auf die inhaltliche Deutung seiner Lieder anspricht, zeigt sich dieser allerdings wortkarg. „Es gibt Lieder, da ist die Message offensichtlich, ansonsten ist der Interpretationsspielraum frei wählbar." Es ist also an jedem selbst zu hören, was denn da gesungen wird. Was man im Vergleich zum Vorgängeralbum „Beachboys back from anchorage" jedoch eindeutig wahrnimmt, wenn auch eher auf der Gefühlsebene, denn der des Verstandes, ist, dass viel weniger im Selbstmitleid gebadet wird und sich die Songs emotional um Einiges freier anhören. Das Album gibt es übrigens ab jetzt auf dem Chemnitzer Label „Sweet Home Records". Auf welchem zeitgleich ein Sampler erschienen ist, zu dem Bombee einen brandneuen, exklusiven Song beigesteuert haben.


Stadtstreicher11/2007 // Marcel Hartwig

„Wir sind kein Projekt" – Bombee+ sind dort angekommen, wo viele Chemnitzer Musiker noch hinwollen. Es ist schon ein Kreuz mit diesen Akustiknummern: Kaum hat man eine Gitarre in der Hand und singt einen Lied ins Mikro, wird das Etikett „Singer/Songwriter" zum verfänglichen Sekundenkleber. Dabei ist der gegenwärtige Trendbegriff der Indie-Szene nicht einfach so auf alle anwendbar, die auf der Bühne den Stecker ziehen. Ein Zuordnungsirrtum mit dem auch die Chemnitzer Bombee+ in der Vergangenheit zu hadern hatten. Um daran etwas zu ändern, schnappten sich die drei Jungs Cajon, Gitarre plus einen Sack komplexer Ideen und zogen im letzten Frühjahr auf „Piets Hütte". Dort zündeten sie ein kleines Kreativfeuerwerk – kein Wunder versammelt Bombee+ doch Ideengeber aus den ehemaligen Roerhedds und Funky Chicken Mann sowie den jetzt erfolgreichen Bands Volt und Fluid. Als die Funken sprühten entstand in der Abgeschiedenheit der Nachfolger ihrer jetzt schon legendären Platte „BeachBoys Back From Anchorage" – und die stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Das neue Werk von Bombee+ heißt schlichtweg „Bombee+" –geändert hat sich trotzdem viel. „Das ist jetzt gerade so ein Punkt an dem alles stimmt", meint Sänger Alexander Seypt, „ich kann noch gar nicht sagen, wo es einmal hingehen soll." Wesentlich mehrschichtiger als auf den Vorgängern werden auf dem nunmehr dritten Release handfeste Songs aufgebaut, Strukturen gebrochen, Harmonien neu gefunden. Der Longplayer ist wie 30 Grad an einem Novembertag – eine äußerst willkommene und warmherzige Abwechslung im einfallslosen und kalten Grau der sonstigen Wetterlagen. Beim Anhören dieser Akustikstücke könnte man sofort sein eigenes kleines Kaminfeuer anzünden, aber genauso gut den Haargummi in die Ecke werfen und der Frisur ihren freien Lauf lassen. Das hier ist kein einfaches Singer/Songwriter-Tralala zum in die Hände klatschen und mitsingen, hier wird Stimmung aufgebaut, werden Geschichten erzählt, wird sich in der Musik verloren. Diesen Ritualcharakter findet Seypt bei seinen Fans bestätigt: „Es gibt keinen, der uns nur so nebenbei hört." Und das zieht sich durch ihre Touren wie ein roter Faden. Auf bundesweiter Ebene haben die drei Musiker in der Vergangenheit bereits den Harmful-Frontmann Aren Emirze als Support begleitet, sollten schon mit William Elliott Whitmore spielen und es wird gemunkelt, dass sie 2008 mit A Whisper In The Noise aus Minnesota auf Tour gehen werden. Daran arbeiten Bombee+ schon jetzt als Band. Jeder von ihnen will trotz anderer musikalischer Verpflichtungen dieses vermeintliche ‚Nebending' am Leben erhalten, weiterführen, weiterentwickeln. Sie sind dort angekommen wo sie hinwollten. Sie sind kein Singer/Songwriter-Projekt. Dies ist eine ernstzunehmende Band, von der wir in Zukunft sicher noch Großes hören werden.


Bumbanet.de11/2007

Es war einmal in Mode seine Band mit einem Ausrufungszeichen zu versehen, um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen. Erinnert sei dabei an Wham!, Oomph! oder auch P!ink. Nach dem inflationären Gebrauch dieses Satzzeichens fällt nun eine Band mit einem + am Namensende auf – zu Recht, denn Bombee+ sollte man sich merken! Nach ihrem Debütalbum „Beach Boys Back From Anchorage" erscheint am 16. November ihr zweites selftitled Album. Dem Trio gelingt es allein mit Gesang, Gitarre und Cajon, den Hörer in einen abwechslungsreichen, musikalischen Wald zu entführen. Dort laden sie mit folkloristisch anmutenden Musikstücken zum Lagerfeuer oder auf eine Lichtung mit sphärischer Klangwiese ein und von den Baumkronen ertönt Vogelgezwitscher. De Flandres Stimme schwingt zwischen verschwörerischem Flüstern, schrammeligem Röhren und sentimentaler Romantik. Der Gesang erscheint zuweilen böse und unheimlich, dann wieder brav und verträumt. Die musikalische Experimentierlust von Bombee+ ist jedem Song anzuhören, ohne dabei anstrengend oder störend zu wirken. Das deutsche Trio hat mit seinem neuen Album ein abwechslungsreiches Stück Musik geschaffen, dass man weder mit Pop, Rock oder Experimental bezeichnen möchte. Doch irgendwo zwischen jenen Genreästen sitzt der Vogel namens Bombee+ …


www.disagreement.netAlex Thiel // 21.11.07

Not even one year after their debut, Karl-Marx-Stadt three-piece Bombee+ is back with their this time self-titled album. Expect no too big aberrations from the debut, but I get the clear impression that the band is this time more focussed at work. They still have their trademark minimalist approach, being three sitting people, one playing guitar, one singing and one playing the unusual rhythm instrument cajon which coincidentally sounds like a snare drum. The band's songs take their charm from le Roeder's very sensitive guitar playing and from de Flandre's vocals that at their best bury themselves under your skin. Le Kaiser on his cajon adds a little beat, but very discreetly, so that overall you get the impression to listen to some kind of singer/songwriter music mostly rooted somewhere between mellow Americana and archaic blues. I have come to get used to Bombee+'s minimalist attitude, and therefore won't judge them too harshly on not being a typical rock band. That's not their intention anyway. But again they derail themselves twice, once in the middle of the album on the five minute long Mystic Plus, a gloomy instrumental, and then again, like on their debut, they end the album with a long experimental track. Piets House II is a six minute instrumental that works with effects and atmospheres and has its interesting moments, but in the end you get again the feeling that those two songs are mostly present to lift the album to a longer running time. If Bombee+ continue the good work and offer next time more songs and less meandering, they can easily improve their rating again. Interesting band that takes some time getting used to.


VisionsOliver Uschmann // Nr.177 Dezember 2007

Weniger plastisch die Baumzeichnungen auf „Bombee+" (Sweet Home), die sich langsam zu Sachsens außergewöhnlichster Band entwickeln. Mit dem Opener gelingt ihnen noch ein zeitloser, gerundeter Song, doch danach spielen sie bei mehr als sprödem Gesang derart minimalistisch und repetitiv auf Schleifen und Miniaturen herum, das man nie genau weiß, ob man das nun ermüdend oder künstlerisch konsequent finden soll. Da sie genau darin ihre eigene Handschrift gefunden haben, tendiert man zu letzterem und kaut auf der Rinde.


www.hurricanebar.deThomas Stein // 16.11.07

Ich bin ehrlich: mit dem ersten Album von Bombee+ konnte ich ja mal gar nichts anfangen. Deswegen war ich dementsprechend skeptisch, als ich den selbstbetitelten Nachfolger in Händen hielt. Doch siehe da: es klappt doch. Auch wenn sich nicht mal so viel geändert hat zum Vorgänger – immer noch diese äußerst reduzierte Instrumentalisierung sowie dieser teils dunkle Gesang – spricht mich dieses Album an. Schon der Anfangstitel „De Flandre" (Jaja, so nennt sich auch der Sänger.) ist ein toller warmer Song mit weitgehender Tiefe. „Autumn", ach eigentlich alle Songs, gehen in dieselbe Richtung. Man bekommt das Gefühl, zusammen mit den Bombees in einer Runde zu sitzen und ihnen beim jammen zuzuhören. Dazu lässt man locker die Bierkronen tanzen und sich selbst fallen. (Okay, bei den asiatisch anmutenden Klängen von „Mahatma King" lässt man dann die Bierflasche weg und zieht mal kräftig an der kreisenden Zigarette mit Bewusstsein erweiternden Inhaltsstoffen.) Intim sag ich mal. Bis auf das dieses Album mir bedeutend besser gefällt als der Vorgänger hat sich wohl wirklich nichts geändert. Chemnitz ist immer noch die Heimstätte der drei Herren hinter Bombee+ und auch die Instrumente haben sich nicht verändert: Gesang, Akustikgitarre und dieses Schlagzeugähnliche Teil namens Cajon.


http://braindrain.dePatrick Walter // 16.11.07

BOMBEE+ zaubern mit nur einer Gitarre, einem Cajon (eine Holzkist auf welcher mit den Händen ein Takt geschlagen wird) und Gesang, wahrlich zauberhafte Klänge. Im Sile ruhigerer Nummer der BRIGHT EYES spielt sich die Band durch insgesamt 12 Nummern. Das neue selbsbetitelte Werk der drei Chemnitzer verbreitet eine angenehme ruhige Atmosphäre und kommt trotz der minimalistischen Instrumentierung recht abwechslungsreich daher. Für Romantiker und Genießer von gut dargebotener und sauber produzierter Rock/Pop Musik, ist das neue BOMBEE+ Album auf jeden Fall ein Muß und sollte beim nächsten Besuch im Platten/CD Laden unbeding angetestet werden. Anspieltips: "Autumn", ""Flowers", " Powerfull Bounching", "Mahatma King".


WestzeitUllrich Maurer // Nr.12/07 Dezember 2007

Dieses zweite Werk des Sachsener Minimal-Indie-Folker-Trios macht da weiter, wo das Debüt „Beach Boys Back From Anchorage" den Hörer unbefriedigt zurück ließ. Nach wie vor gibt es extrem lineare, sparsamst arrangierte Neo-Folk-Songs – nur sind es eben (im Gegensatz zum anstrengenden Debüt) auch solche. Dass De Flandre, Roeder & Kaiser sich darauf einigen konnten, Songstrukturen anstelle von mantraartigen Wellenbewegungen zu verwenden, zahlt sich also aus. Die Annäherung an den Sound frühen Smog-Alben geht auch mit diesem Werk weiter, wobei Bombee+ damit einen guten Schritt weiter gekommen sind.


www.gaesteliste.deUllrich Maurer // 16.11.07

Mit ihrem ersten Werk führten die Sachsener mit dem eigenartigen Namen die Erwartungshaltungen, die sie mit ihrem Albumtitel weckten, ad absurdum. Denn statt Songs gab es angestrengte Kopfkunst. Auf dem schwierigen zweiten Album schreitet das Trio wohlüberlegt in Richtung Songformat. Zwar sind immer noch sehr spröde Akustik-Gitarren und minimale Rhythmusbewegungen das Maß aller Dinge - aber nicht mehr Selbstzweck. Das mantraartige, stoische Verharren des Debüts ist damit einer sachten Annäherung an konventionelles Songwriting gewichen. Zwar fordern Bombee+ immer noch die Hörgewohnheiten heraus und sind alles andere als eine lockere Pop-Band - aber das bloße Statement des Debüts entwickelt sich langsam zu einer Art Gebrauchsgegenstand.



©2007 · BOMBEE+ // Imprint // Ride For Peace //